Interview von Heidi Brand mit Anne Devillard über das Buch EIN LEBEN VOLLER STAUNEN

DVD zur Podiumsdiskussion "Gesundheit und Spiritualität im Dialog" erschienen

20.09.2013

Zur Podiumsdiskussion an der Universität München, organisiert vom Brahma Kumaris e.V., erschien nun eine DVD:

Gesundheit und Spiritualität im Dialog. Spirituelle Intelligenz - Heilmittel für das Selbst und die Gemeinschaft.

Mit Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, Anne Devillard, Rüdiger Dahlke, Jayanti Kirpalani, Prof. Dr. Henning Wolf

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Gesundheit und Spiritualität im Dialog

Anne Devillard und Hans-Peter Dürr

im Audimax der TU München am 30. Juni mit Vorträgen zum Thema: “Spirituelle Intelligenz – Heilmittel für das Selbst und die Gemeinschaft”

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Ein Leben voller Staunen

von Anne Devillard

209 Seiten, Hardcover
mit zahlreichen Fotos
ISBN: 978-3-932130-29-8
Preis: 17,90 €

Hans-Peter Dürr ist nicht nur einer der renommiertesten Quantenphysiker unserer Zeit, er ist auch gesellschaftspolitisch ausgesprochen engagiert und trotz seiner Berühmtheit vor allem eines – menschlich geblieben. 1929 geboren, erlebte Hans-Peter Dürr die Gräuel des Zweiten Weltkrieges unmittelbar. Welche entscheidenden Folgen hatte diese Erfahrung auf seine Jugend und sein späteres Leben? Welche Lebensphilosophie zog er aus dieser Zeit? In einem langen Gespräch mit Anne Devillard gibt der Träger des Alternativen Nobelpreises Einblick in das Innere eines Wissenschaftlers und Denkers, eines Zweiflers und Mahners, jedoch letztlich unerschrockenen Optimisten. Dabei wird eines deutlich: Es sind der Austausch mit anderen Menschen und die Öffnung füreinander, die Hans-Peter Dürrs Weltsicht und Leben geprägt haben. Und so kommen in diesem Buch auch Hannah Arendt, Werner Heisenberg, Michail Gorbatschow oder auch Richard Baker Roshi zu Wort – und in besonderem Maße Hans-Peter Dürrs Frau Sue.

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Buch HEILUNG AUS DER MITTE jetzt in Frankreich erschienen!

08.02.2013
Der Bestseller HEILUNG AUS DER MITTE erschien soeben als französische Version im Verlag Albin Michel.

Weitere Informationen:
»  Les forces de guérison: Des témoignages du monde entier




Buchvorstellung: Heilung aus der Mitte – Werde der, der du bist

Dieses Buch schildert den inneren Heilungsweg. In einfühlsamen Gesprächen mit hochkarätigen Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Medizin, Kunst, Wissenschaft und Spiritualität nimmt Anne Devillard den Leser mit auf eine wunderbare Reise zu sich selbst. Durch alle Interviews zieht sich wie ein roter Faden die Erkenntnis, dass – gleichgültig, aus welcher Perspektive das Thema Heilung betrachtet wird – es verblüffenderweise immer um die gleiche Botschaft geht: “Werde der, der du bist!”.

Gespräche mit u. a.: Clemens Kuby, Hans-Peter Dürr, Rupert Sheldrake, Christina Kessler, Ken Wilber, Wolf Büntig, Ruediger Dahlke, Anne Schadde, Frédérick Leboyer, Masaru Emoto, Neale Donald Walsch, Maria-Gabriele Wosien, Willigis Jäger.

» Inhaltsverzeichnis: Heilung aus der Mitte

Heilung aus der Mitte – Leserkommentare

“Für viele Menschen, die sich in einer gesundheitlichen bzw. persönlichen Krise befinden, kann dieses Buch eine echte Hilfe werden. Es gibt Orientierung und zeigt kreative Wege, um aus eigener Kraft zurück in die Mitte und damit zur Gesundheit zurückzufinden.” Brigitte Hoffmann, München

“Ich habe dieses Buch schon fünf Freunden weiter empfohlen, und alle waren begeistert!” Geli Gravemann, Osnabrück

“Es ist für mich eine besondere Ehre, bestimmt der erste Franzose zu sein, der dieses Buch gelesen hat. Auch wenn meine Vorliebe natürlich dem letzten Kapitel “Die allumfassende Kraft der Liebe” gilt, betrachte ich dieses Buch als die “Bibel” der natürlichen Heilmethoden. Die verschiedensten Therapien werden angesprochen und mit großer Professionalität behandelt – durch wahre Therapeuten und Anne Devillard, die das Thema Heilung perfekt beherrscht.

Jeder, der dieses Meisterwerk liest, wird eine Antwort auf viele Fragen, die er sich in seinem Leben stellt, finden.” Jean-Claude Kaas, Frankreich

Wenn Sie uns Ihre Meinung zum Buch “Heilung aus der Mitte – Werde der, der du bist” mitteilen möchten, schreiben Sie uns. Die Autorin freut sich über Ihr Feedback unter: AnneDevillard@gmx.de


Heilung aus der Mitte – Interview zum Buch mit Anne Devillard

Alle Krisen und Prüfungen bringen uns – auch wenn wir es zunächst nicht wahrnehmen können – dem näher, wonach wir uns am meisten sehnen, und beinhalten die Integration dessen, was wir im tiefen Inneren sind. “Werde der, der du bist” steht also im Zentrum jeder Heilung. Gleichgültig aus welcher Perspektive, dieses Thema betrachtet wird, geht es in der Tiefe um diese Botschaft, die bereits auf der Tafel des Tempels von Delphi stand. „Werde der, der du bist“ ist auch die Kernaussage des Buches von Anne Devillard, das bereits in der 2. Auflage im Verlag Driediger erschienen ist.

VISIONEN sprach mit der Autorin und Chefredakteurin der Zeitschrift „Natur & Heilen“.

1. Ihr Buch „Heilung aus der Mitte – Werde der, der du bist“ ist seit Anfang des Jahres auf dem Markt und stößt auf große Resonanz. Welche Botschaft möchten Sie mit diesem Buch vermitteln?

Die ganze Aussage des Buches steht eigentlich in seinem Untertitel: „Werde der, der du bist“. Auf den ersten Blick scheint es widersprüchlich, zu werden, was man bereits ist, aber der Kern der Botschaft liegt gerade darin: bewusst zu erkennen, wer wir sind, was uns ausmacht, was wir brauchen, um glücklich und gesund zu sein – unserer einmaligen Persönlichkeit entsprechend. Es ist also ein Bewusstwerdungs-Prozess, der mit der Erforschung des Selbst einhergeht, eine Reflektion über das, was wir wirklich sind. Wir sind es schon zwar, aber es gilt dies mit vollem Bewusstsein zu erkennen und nach außen zu bringen – in Form der Talente, die wir haben und der Art und Weise, wie wir auf andere und die Anforderungen des Lebens reagieren. Es geht also im Laufe unseres Lebens nicht darum, ein anderer zu werden, sondern ein großes Ja zu sich selbst auszusprechen.

2. In Ihrem Buch sprechen Sie vom Leben als Lehrmeister. Was ist damit gemeint?

Man denkt, dass nur Personen unsere Lehrer sein können. Aber das Leben an sich ist unser größter Lehrmeister, denn es bringt ununterbrochen Situationen und Veränderungen, die uns zwingen, uns weiterzuentwickeln – auch wenn wir es zunächst nicht sehen können. Wie zum Beispiel im Fall einer Trennung. Zunächst tut es weh, aber dann rückblickend merken wir, dass sie notwendig war, weil die Beziehung uns gehindert hat, wirklich der zu sein, der wir sind.

3. Sie sind seit 20 Jahren Chefredakteurin der Monatszeitschrift „Natur & Heilen“, die auf dem Gebiet der Naturheilkunde mittlerweile führend ist, und Moderatorin auf internationalen Kongressen über ganzheitliche Medizin, Wissenschaft und Spiritualität . Was ist Ihre Hauptmotivation in Ihrer Arbeit?

Wir werden in den Medien ununterbrochen mit negativen Meldungen bombardiert und neigen dazu, zu vergessen, dass wir es sind, die diese unsere Welt gestalten. Wir haben viel mehr Macht, als wir denken. Mein Anliegen ist es, dass die Leser sich besser fühlen nach der Lektüre der Zeitschrift als vorher. Dass sie Vertrauen und Hoffnung entwickeln und eine Bestätigung bekommen, dass, was sie fühlen und erfahren, richtig ist. Auch in meinen Moderationen versuche ich, einen Dialog mit dem Publikum von Herz zu Herz herzustellen, damit diese lebensbejahende Botschaft ankommt.

4. Sie lassen in Ihrem Buch verschiedene Referenten zu Wort kommen. Viele haben sich bereits einen Namen erworben. Sie kommen teilweise aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Was verbindet aber diese Menschen?

Zu Wort kommen Ärzte wie Dr. Ruediger Dahlke, der einen entscheidenden Beitrag zu der psychosomatischen Deutung von Krankheitsbildern geleistet hat, oder Dr. Wolf Büntig, der Begründer der potentialorientierten Psychotherapie, die mit der Erforschung der menschlichen Ressourcen arbeitet. Auch der bekannte Quantenphysiker und Träger des Alternativen Nobelpreises, Prof. Hans-Peter Dürr, der als Wanderer zwischen den Welten eine Brücke zwischen Wissenschaft und Spiritualität schlägt, hat sich zum Thema der Heilung geäußert. Philosophen wie Ken Wilber, Andrew Cohen oder Dr. Christina Kessler laden uns ein, den Reichtum unseres Wesens zu erkennen und ans Licht zu bringen. Alle diese Menschen engagieren sich schon seit Jahren, um neue Lebensperspektiven aufzuzeigen und uns für eine andere Dimension des Lebens zu öffnen. Ihnen gemeinsam ist ihr unermüdliches Engagement in der Verbreitung der Botschaft, dass wir mehr sind, als wir glauben zu sein.

5. „Heilung aus der Mitte“ – das ist der Titel Ihres Buches. Inwieweit hat Heilung mit Spiritualität und Selbsterkenntnis zu tun?

Wenn man krank wird, vor allem wenn man unter einer lebensbedrohlichen Erkrankung wie z. B. Krebs leidet, wird man von Grund auf erschüttert und stößt an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Gibt man sich aber dem Heilungsprozess hin – der ein Prozess des Werdens, der Transformation ist –, dann merkt man, dass man aufgefordert wird, wieder „ganz“ (heil) zu werden, d.h. die Anteile zu integrieren, die man vernachlässigt hat, aber die man unbedingt braucht, um glücklich zu sein. In jedem Menschen pulsiert der angeborene Wille zur (Selbst)Heilung. Auch wenn es viele Wege gibt, liegt allen Heilungsprozessen ein gemeinsamer Nenner zugrunde, nämlich dass Heilung ab dem Moment geschieht, in dem eine Person in Kontakt mit sich und ihrem wahren Kern ist. Deshalb kommt Heilung immer aus unserer Mitte, aus dem Zentrum unseres Selbst, da wo wir in Kontakt mit dem göttlichen Teil in uns sind. Gesundheit ist also viel mehr als eine Abwesenheit von Beschwerden. Sie ist die Art und Weise, wie man in seinem Leben präsent und in Übereinstimmung mit seinem Lebensauftrag ist. Gesundheit hat mit Bewusstsein zu tun, denn Heilung geht immer mit einem Prozess der Selbsterkenntnis einher, während dessen man Kontakt zu seiner Seele aufnimmt. Der Heilungsprozess fordert uns auf, uns den blockierenden Aspekten unserer Vergangenheit zu stellen, um in mehr Leichtigkeit und Freude zu kommen. In der Sprache der Aborigines gibt es kein Wort für Heilung, man spricht bei körperlichen oder psychischen Beschwerden von „Jemanden wieder glücklich machen“. Darum geht es: wieder im Einklang mit sich selbst leben und mit einer leichteren Reisetasche durch das Leben wandern und es in vollen Zügen genießen!

TV Talkshow Fliege: Werde der, der du bist. Heilung und Spiritualität

Interview mit Anne Devillard zum Thema Heilung und Spiritualität.

TV Talkshow Fliege – Heilung aus der Mitte – Werde der, der du bist

Jürgen Fliege im Interview mit Hans Peter Dürr und Anne Devillard zu ihrem Buch “Heilung aus der Mitte – Werde der, der du bist”.

Leseprobe I – Heilung aus der Mitte

“Wir sollten niemals versuchen, dem Weg eines anderen zu folgen, denn es ist sein Weg und nicht der unsrige. Hast du erst deinen Weg gefunden, brauchst du nichts weiter zu tun, als die Hände in den Schoß zu legen und dich auf die Flutwelle zur Befreiung tragen zu lassen. Hast du ihn gefunden, so entferne dich niemals wieder von ihm. Dein Weg ist der beste Weg für dich, aber er ist nicht unbedingt der beste für andere.” (Vivekananda)

Das Leben ist ein ständiger Prozess der Selbsterfahrung. In jedem Umstand liegt ein Schatz verborgen, den es zu erkennen gilt. Wenn wir mit dieser Einstellung an alles, was uns geschieht, herangehen, dann ist unser Leben unendlich reich. Denn wir erkennen, dass alle Erfahrungen, die wir machen, alles, was wir tun und was uns begegnet, eine Widerspiegelung dessen ist, was wir sind, und der Entscheidungen, die wir treffen. Je bewusster wir unser Leben gestalten, je authentischer wir sind, desto näher sind wir unserem inneren Kern. Unsere Seele strebt ständig nach vollkommener Führung und vollkommener Balance. Wenn der Spagat zwischen unserer Lebensführung und der Wahrheit unseres wahren Selbst zu groß wird, schickt uns das Leben ein Korrektiv, das zunächst weh tut – das aber immer in Richtung Besserung geht, auch wenn wir es im ersten Augenblick nicht erkennen. Diese Korrektur in Form von Prüfungen, wie Krankheiten, Trennungen oder Unfällen, ist also unsere größte Chance. Denn sie bietet uns die Möglichkeit, wieder im Einklang mit uns selbst zu sein und unseren wahren Platz im Leben einzunehmen.

Leseprobe II – Heilung aus der Mitte

Das Leben als Lehrmeister

Alles in uns tendiert dazu, dass wir uns weiterentwickeln. Der Impuls des Selbst sich zu entfalten ist größer als alles andere. Es ist die größte Kraft, die es gibt. Jeder von uns kommt an den Punkt in seinem Leben, an dem sich der Drang der Befreiung von blockierenden Aspekten seiner Vergangenheit nicht stoppen lässt. Das Leben schickt uns dann die Umstände und die Situationen, die am besten imstande sind, uns aus unseren erstarrten Verhaltensweisen heraus zu katapultieren. Keine andere Kraft als das Leben selbst ist imstande, uns in diesen Prozess der Selbsttransformation hineinzuwerfen. Alle Prüfungen, die wir meistern, bringen uns dem näher, wonach wir uns im tiefsten Inneren sehnen. Durch sie vollzieht sich also der Schleifprozess des Lebens, der uns empfänglicher macht für das, was wir in Wirklichkeit sind. Prüfungen sind wie Boten, die Verdecktes sichtbar machen. Sie helfen uns, alte Wege zu verlassen und neue zu betreten. Sie schaffen die Möglichkeit, Erstarrtes zu durchbrechen, damit wir den Lebensfluss wieder in uns spüren können. Dann sind wir imstande, das Leben in seiner Einfachheit und Schönheit zu genießen, in der Gewissheit, dass das Leben es gut mit uns meint. Denn es hat ja bis heute für uns gesorgt, auch in Krisenzeiten – in Form einer guten Freundin, die haargenau in der Sekunde da ist, wenn man sie braucht, eines Arztes, der im richtigen Augenblick den richtigen Satz sagt, der Stimme im Radio, die aus einem Buch liest, das zum nächsten entscheidenden Schritt rät. Wir sind von so viel Wohlwollen und Liebe umgeben – und merken es nicht.

Interview mit Anne Devillard

Die Chefredakteurin der Zeitschrift NATUR & HEILEN, Anne Devillard, im Gespräch mit Michael Frensch.

Anne Devillard, Sie sind seit vielen Jahren Chefredakteurin von NATUR & HEILEN. Was möchten Sie mit dieser Zeitschrift erreichen?

Für jeden von uns ist es sehr wichtig, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie man am besten sein Leben gestaltet. Eine Zeitschrift kann diesbezüglich eine echte Hilfe darstellen; sie kann wie ein homöopathisches Mittel wirken – sanft und verwandelnd zugleich. Mein tiefes Anliegen ist es, dass es den Lesern nach der Lektüre besser geht als vorher, also Kraft und Hoffnung zu vermitteln – in guten und schlechten Zeiten. Das versuche ich einerseits über die Wahl der Themen: Spiritualität, Bewusstseinswandel, Naturheilkunde, Pflanzenkunde usw. Das ist aber noch nicht das Wesentliche, denn was eigentlich wirkt, ist das, was zwischen den Zeilen liegt. Jeder Nummer wohnt eine bestimmte Atmosphäre inne.

Wie erreichen Sie das?

Am Anfang steht eine Idee, ein zentrales Thema, zum Beispiel der Frühling. Frühling bedeutet neues Leben, und das gilt auch im übertragenen Sinn: auf der Bewusstseinsebene geht es zum Beispiel um Hoffnung, auf der körperlichen Ebene um Reinigung, auf der Umweltebene um das Wachstum von Pflanzen und Bäumen. Mit diesen Ideen und Themen lebe ich eine Zeit lang. Dann kommt der Punkt, an dem die Zeitschrift sich gewissermaßen verselbständigt, an dem eine kreative Kraft, also etwas Unsichtbares, zu wirken anfängt. Sie ist es, die die einzelnen Artikel, die sonst wie ein ungeordnetes Puzzle aussehen würden, zu einer Ganzheit zusammenwebt.

Können Sie diesen Prozess genauer beschreiben?

Wie gesagt, beginnt alles mit der Idee. Sie zu fassen ist ein Willensakt von mir. Ich gebe also den ersten bewussten Impuls. Dann kommt der Augenblick, wo alles anfängt sich zu ordnen. Aber das ist es noch nicht. Diese Ordnung ist nur vorläufig. Würde ich bei diesem Akt stehen bleiben, dann käme eine Zeitschrift heraus, die zwar interessant wäre, aber keine transformative Kraft hätte. Denn bis zu diesem Punkt hat alles noch mit Anstrengung zu tun.

Wodurch ändert sich das?

Da ist ein Druck, der sich immer mehr aufbaut. Ein Gärungsprozess. Ich spüre ihn regelrecht im Körper. Es ist wirklich ein Leidensprozess. Jeden Monat. Dieser Druck wächst und wächst, bis er kaum mehr auszuhalten ist. Würde ich nun an diesem Punkt aufhören, dann fiele alles in sich zusammen – wie ein Ballon, aus dem die Luft heraus geht. Wenn ich aber dabei bleibe und diesen enormen Druck aushalte – das ist wirklich ein riesiger Energiepegel -, dann öffnet es sich und ich erkenne mit einem Schlag, wie die verschiedenen Artikel zusammenhängen und sich zu einem roten Faden zusammenfügen. Das übergeordnete Prinzip wird sichtbar. Das ist etwas unglaublich Faszinierendes. Mir wird dann klar, dass alles schon vorbereitet war. Ich war nur das Instrument, aber zugleich auch die Schöpferin – eine echte Gradwanderung. Deswegen liebe ich diese Arbeit.

Jede Ausgabe ist also eine Art kleine Geburt mit Wehen…

Ja. Monat für Monat.

Und immer wieder kommt der Moment, wo das Kind geboren ist…

… Dann spüre ich in meinem Körper eine ungeheure Leichtigkeit, und die Freude kommt wieder. Das ist ein echter Moment des Glücks…

…und dann geht das Kind hinaus in die Welt…

… und komischerweise lasse ich es total los. Wenn man mich fragt, was in der letzten Nummer dran war, kann ich es wirklich nicht mehr sagen. Erst wenn die Leser das Heft in den Händen halten und ich das Feedback bekomme – d. h. vier Wochen später – bin ich wieder in der Stimmung der jeweiligen Ausgabe.

Wieviele Wochen vergehen denn überhaupt von der redaktionellen Fertigstellung des Heftes bis zu seinem Erscheinen?

Sechs. Die letzte Märznummer habe ich zum Beispiel Mitte Januar konzipiert. Ich musste mich innerlich total in das erwachende Frühlingsgefühl hinein versetzen: In welcher Stimmung ist man da? Wohin tendieren unsere Bedürfnisse im März, nicht nur geistig, sondern auch körperlich? Wir sind in einer ganz anderen Jahreszeit und Verfassung als zum Beispiel im tiefen Winter.

Den Frühling mitten im Winter erleben – geht das überhaupt?

Das geht. Nicht selten bekommen wir in der Redaktion Briefe von Lesern, die sich darüber wundern, dass in jeder Ausgabe immer ein Beitrag veröffentlicht wird, der haargenau zu ihrer momentanen Lebenssituation passt – obwohl das Heft zwei Monate vorher konzipiert wurde. Dies ist nur wegen dieser kreativen Kraft möglich, von der ich gesprochen habe und die durch mich und jenseits von mir wirkt.

Sie sprechen von Kraft. Dabei scheint es ja auch eine Art Vorherwissen zu sein. Hat die Zeitschrift so etwas wie einen Geist?

Die Zeitschrift hat einen Geist, ja. Das ist einerseits das In-Erscheinung-Tretende; es handelt sich da um Themen, die unbedingt an die Öffentlichkeit müssen, zu diesem ganz bestimmten Zeitpunkt. Auf der anderen Seite ist meine Begeisterung für ein Thema mein inneres Barometer. Mit der Zeit habe ich bemerkt, dass es tatsächlich immer um Themen geht, die am Puls der Zeit sind. Ich spüre dann das Ausmaß der Botschaft, der Brustkorb ist weit und die Freude am Thema ist da.

Sie sind Französin und redigieren letztverantwortlich eine auflagenstarke deutsche Zeitschrift. Das ist ungewöhnlich.

Merkwürdigerweise habe ich mir damals keine Sekunde die Frage gestellt, ob ich das machen kann oder nicht. Nicht einmal eine Entscheidung war notwendig. Übrigens war das ganz ähnlich wie bei meiner Heilpraktiker- Prüfung. Der Schulleiter sagte strahlend: „Die Französin hat es auch geschafft!”, dabei war für mich die Sprache gar kein Hindernis gewesen.

Wann ist Ihnen in Ihrem Leben die spirituelle Dimension bewusst geworden?

Nach ein paar Jahren in Deutschland kam ich in eine tiefe Krise und habe angefangen, ungeheures Heimweh nach Frankreich zu bekommen. Das war so stark, dass es mich fast zerrissen hat. Heimweh bedeutet, in einer ewigen Sehnsucht nach etwas zu leben, das dich erfüllt. Ich habe die Absurdität, die Sinnlosigkeit, die Ziellosigkeit erlebt. Die grundsätzliche Frage war: „Was soll ich aus meinem Leben machen?” Wenn man im Ausland lebt, ist diese Frage noch viel drängender. Man ist nicht in der eigenen Kultur aufgehoben, alles ist noch fremder, die Fragestellung viel dramatischer. Und dann kommt dieses Heimweh. Eigentlich hinter jedem Heimweh steckt die Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Wärme, nach Glückseligkeit… im Endeffekt nach Gott. Diese Sehnsucht konnte nicht gestillt werden durch Partner oder Familie, denn es war etwas Grundsätzliches in mir. Da begegnete ich einem indischen Homöopathen. Ich hatte eigentlich keine sonderlich gravierenden Beschwerden, aber das auftretende Symptom hat mich zu einer Ebene der Selbsterforschung und Bewusstwerdung geführt, die viel größer war als es selbst. Der indische Homöopath beherrschte die klassische Homöopathie bis in die Fingerspitzen. So konnte ich erfahren, wie bei der Behandlung Schicht für Schicht herausgeschält wurde – wie eine Art Häutung. Da habe ich erkannt, dass ich eigentlich schon immer, schon als Kind, auf dieser spirituellen Suche war. Meine Jugend in Paris in außergewöhnlichen Verhältnissen war bereits eine Schulung.

Sie sind also auch in Frankreich schon in einer Ausnahmesituation gewesen. Die Ausnahme ist bei Ihnen die Regel. Und dazu gehört, dass Sie als Französin zu einem deutschen Publikum sprechen oder Artikel für es bereiten und die Leser das Gefühl haben, dass Sie sie verstehen.

Ich glaube, das ist das, was bei ihnen wirkt. Ich spreche die Sprache des Menschen, und deshalb fühlt sich jeder erkannt …

…und berührt?

Ja, weil es eben eine universale Sprache ist.

Und wie redet diese Sprache?

Mit den Jahren habe ich festgestellt, dass es wie eine Schulung ist. Die Leser bekommen jeden Monat das Heft, und jeden Monat bekommen sie eine Impfung oder besser: einen Impuls. Es ist wie eine Art Studium, das nicht nur den Kopf erreicht, sondern die tieferen Schichten des Menschen. Das wäre eben das Spirituelle daran.